Suche

Abstimmung über neues EU-Urheberrecht im Netz

Kritiker sehen das offene Netz in Gefahr. Befürworter sehen das Urheberrecht gestärkt. Heute, am 19. Juni 2018, entscheiden die EU-Abgeordneten, ob in Zukunft Verlinkungen von Teasertexten beispielsweise in Google News kosten sollen.

Was in Deutschland und Spanien augenscheinlich gescheitert ist, soll auf EU-Ebene nun funktionieren. Im Rahmen des EU-Leistungsschutzrechts sollen Verlinkungen mit Ausschnitten des Textes – dazu könnte schon die Überschrift eines Beitrags zählen – kostenpflichtig werden. So sind beispielsweise Inhalte auf Google News oder auf Facebook betroffen. Verlage können von diesen dann Lizenzgebühren verlangen.

 

In Deutschland scheiterte das Gesetz von 2013, auch weil viele Verlage zwecks Traffic auf die zustehenden Einnahmen verzichteten. Viele Webseiten leben von Traffic, sollten ihre Links nicht mehr auf Multiplikatorenseiten geteilt werden, könnte es mitunter zu größeren finanziellen Lücken kommen.

 

Zensur befürchtet 

Mit im Raum steht das Wort Uploadfilter. Für urheberrechtlich geschützte Inhalte, die von Nutzern auf die Plattform gestellt werden, sollen nun die Plattformen verantwortlich sein. Das geht nur durch technische Kontrollen von Uploads, die als nicht verlässlich gelten. Auch muss den Plattformen dann für jeden Upload die zugehörige Lizenz bekannt sein.

 

Gerade hier sehen Kritiker eine Zensur des Internets, andere meinen, dass sich das Internet im europäischen Raum verkleinern könnte. Es bleibt aber auch fraglich, wie ein Gesetz, dass in einem kleinen Rahmen nicht funktionierte, EU-weit umsetzbar ist. Die Entscheidung wird im Laufe des Tages fallen. 

19.06.2018