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17.08.2017 | Sarah Heinisch

Fakenews-Apps im Test

Fakenews sind derzeit in aller Munde und mittlerweile auch in Schulen angekommen. Nicht verwunderlich ist daher die Vielzahl der pädagogischen Angebote, die es zu dem Thema nun gibt. Besonders beliebt sind hierbei Anwendungen und Apps, mit denen Kinder und Jugendliche lebensweltnah für Fakenews sensibilisiert werden sollen.

Das Kultusministerium Niedersachsen hat hierzu eine eigene App entwickelt: Den Fake News Check. Mithilfe von insgesamt 19 Fragen, teilweise in Multiple-Choice-Auswahl, sollen Schülerinnen und Schüler eigens gefundene Online-Artikel auf ihre Glaubwürdigkeit überprüfen können. Mithilfe von virtuellen Fragekarten wird die Quelle Stück für Stück untersucht. Auf der jeweiligen Rückseite finden sich zudem weitere Informationen und jeweils Verweise auf das ausführliche Glossar. Am Ende der 19 Fragen wird der entsprechende Artikel mithilfe eines Algorithmus und der gegebenen Antworten auf einer Skala von Grün über Gelb bis Rot auf eine Fakenews-Wahrscheinlichkeit eingestuft und erläutert.

Eine Anwendung, die ein ähnliches Ziel hat, ist der SWR Fakefinder. Im Stile eines Messengerdienstes beantworten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielerisch zehn Fragen rund um das Thema Quellen checken und Falschmeldungen erkennen. Aber auch Videoaufnahmen und Bilder richtig einzuschätzen wird thematisiert. So entsteht eine Art Unterhaltung mit dem virtuellen Chatpartner Clemens. Am Ende des Quiz‘ wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zudem das Ergebnis der richtig beantworteten Fragen dargestellt. Zusammenfassend ist der Vorteil der App Fake News Check sicherlich das Glossar, in dem Begriffe wie beispielsweise Meinungsfreiheit und Pressekodex nochmals extra erläutert werden. Allerdings ist die App, was das Überprüfen von gefundenen Nachrichten angeht, nur bedingt geeignet. Es wird sehr auf schwächere Anzeichen wie ausgelöste Emotionen, Menge der Werbung der Internetseite und die Qualität von Verfassernamen eingegangen. Eine eigene Recherche zur Quelle sollte jedoch in jedem Fall trotzdem noch durchgeführt werden. Als Einführung und zur Sensibilisierung für die Thematik ist die App sicherlich gut einsetzbar, allerdings ist die spielerische SWR-Variante interaktiver und ansprechender aufbereitet. Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass das Ergebnis auf Sozialen Netzwerken geteilt oder zum Beispiel im Unterricht als Gesamtergebnis der Klasse besprochen werden kann.Probieren Sie ihn doch einfach einmal aus!

 

Rund ums Thema Informationskompetenz und Fakenews steht Ihnen die medienpädagogische Beratungsstelle zur Verfügung.

 

Anregungen für die pädagogische Praxis und einführende Informationen zur Recherche finden Sie auch in unserem Bereich Schreiben und Recherchieren.

Eltern, Internet / Web 2.0, Jugendmedienschutz, Lehrkräfte, Schreiben / Recherchieren, Soziale Netzwerke

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